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Ein Campus für die Grundlagenforschung

Voraussichtlich bis Wintersemester 2025/26 entsteht in unmittelbarer Nähe zur Klinik der MedUni Campus Mariannengasse. Im EU-weiten Realisierungswettbewerb für das neue Forschungs- und Lehrzentrum der MedUni Wien hat sich ein österreichisches Projekt durchgesetzt, jetzt geht es an die Detailplanung.

Ein offener Campus, auf dem sich MitarbeiterInnen und Studierende gleichermaßen wohlfühlen, der Interaktion fördert und auf ausreichender Fläche die modernste Infrastruktur für einen integrierten Forschungs- und Lehrbetrieb zur Verfügung stellt: Es sind keine geringen Anforderungen, die die MedUni Wien an ihr neues Kompetenzzentrum für Grundlagenforschung stellt. Zusätzlich sind gesetzliche Bestimmungen und Verfahren zu beachten. Und zu guter Letzt ist das Bauprojekt um 339,4 Millionen Euro aufgrund seines Standortes und Flächengrundrisses komplex. 

Markus Müller

„Unser Ziel ist es, unsere PatientInnen möglichst rasch von den Ergebnissen der Grundlagenforschung profitieren zu lassen. Die nun erreichte, historisch erstmalige räumliche Anbindung der Vorklinik an die Universitätskliniken am AKH Wien ist hierfür ein wichtiger Schritt.“ 

Markus Müller Rektor der MedUni Wien

Das Siegerprojekt kommt aus Österreich

Dies alles und vor allem das in intensiver Interaktion mit den Zentren erstellte Raum- und Funktionsprogramm (RuF) mussten die ArchitektInnen bei der Erstellung ihrer Konzepte für den MedUni Campus Mariannengasse berücksichtigen. Im September – nach gut einem Jahr Laufzeit – endete der EU-weit ausgeschriebene Wettbewerb, nun steht das Siegerprojekt fest. „Die Entscheidung war relativ rasch klar. Dieses Konzept setzt die Vorgaben Kostenobergrenze, Flächenrealisierung entsprechend dem RuF und Genehmigungsfähigkeit aufgrund des Denkmalschutzes am besten um“, so der Vizerektor. „Außerdem ist der Vorschlag zur Verbindung von Spital- und Lazarettgasse optimal und der öffentliche Bereich, die Lehrräumlichkeiten und Forschungsflächen sind sinnvoll auf die Stockwerke verteilt.“

Vizerektor Volkan Talazoglu und Rektor Markus Müller waren vonseiten der MedUni Wien Teil der 11-köpfigen Jury, die außerdem aus VertreterInnen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der MA19 (Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung), der MA21 (Stadtteilplanung und Flächennutzung) sowie der Bundeskammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten zusammengesetzt war. In einem zweistufigen Verfahren seit Herbst 2017 wurden die insgesamt 42 Bewerber zunächst auf 30, dann auf 10 reduziert. Die eingereichten Unterlagen waren anonymisiert, sodass die Jury die Bewertung der Projekte vollkommen unbeeinflusst vornahm. Nach genauer Prüfung fiel Mitte Juli die Entscheidung.

Wie geht es weiter?

Bisher wurden nur Konzepte präsentiert, nun geht es an die weitergehende architektonische Ausarbeitung. „In den nächsten zwei Jahren wird im Wesentlichen nur die Planung detailliert, bevor idealerweise im Ende 2020 die Baumaschinen und Kräne auf dem Gelände auffahren. Spätestens mit Wintersemester 2025/26 soll der neue Campus dann in Vollbetrieb gehen“, so Talazoglu. Eigentümer des neuen Gebäudes wird die BIG sein, Mieterin die MedUni Wien. Das Projekt Campus Mariannengasse ist wiederum Teil eines noch größeren, langfristigen Vorhabens. Talazoglu: „Unsere Vision ist ein integrierter Gesamtcampus, der die Grundlagenforschung am MedUni Campus Mariannengasse mit der Klinik am MedUni Campus AKH auch räumlich verbindet.“

Der MedUni Campus Mariannengasse Bisher verstreute vorklinische Einrichtungen werden auf etwa 35.000 Quadratmetern (Nutz- und Technikflächen) zusammengezogen. Insgesamt 744 WissenschafterInnen von den Zentren für Physiologie und Pharmakologie, für Anatomie und Zellbiologie, für Pathobiochemie und Genetik, für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik sowie dem Institut für Krebsforschung und etwa 2.000 Studierende werden von ihren bisherigen Arbeitsplätzen auf den neuen Campus übersiedeln. Überblick der Bereiche